Geschichte

Die Geschichte des Projektes RestEssBar. Von der Gründung der RestEssBar in Winterthur zur schweizweiten Bewegung.

RestEssBar Winterthur - Anfangs 2014

Anfangs 2014 hat Sarah Weibel im Dokumentarfilm «Ohne Geld Leben» von einem ersten Kühlschrank-Projekt «Fair-Teiler» in Deutschland gehört, in dem Leute Lebensmittel, die sie nicht mehr benötigen, in einem Kühlschrank anderen zur Verfügung stellen können. Wieso gibts Ähnliches eigentlich nicht auch bei uns, das war die Frage. Gefragt, getan. Einige Freunde wurden von Sarah zum gemütlichen Essen und Brainstorming eingeladen und noch nicht mal beim Dessert angelangt, stand es für Anne-Laurence Zingg, Florian Sprenger, Sarah Weibel, Seraina Fritzsche und Thomas Kuhn fest: Wir gründen die RestEssBar, einen jederzeit für alle frei zugänglichen Kühlschrank, in dem Lebensmittel von verschiedensten Lebensmittelläden gesammelt werden.

Bald nach der Vereinsgründung im Februar 2014 wurde uns aber bewusst: So einfach ist das nicht. Gesetze und Gepflogenheiten machen es uns nicht einfach, etwas für eine vollständige Verwertung von Lebensmitteln zu unternehmen. Es dauerte etwa zwei Monate, bis die Lebensmittelgesetze recherchiert, die entsprechenden Formulare ausgefüllt und ein Standort sowie ein Kühlschrank gefunden wurden. Dann war es endlich soweit: Die erste RestEssBar wurde im Herzen der Winterthurer Altstadt eröffnet. 

Das Konzept RestEssBar wurde von Anfang an darauf angelegt, in die Breite zu wachsen und über unabhängige Gruppen in anderen Städten grösser zu werden. Es war uns ein Anliegen, dass das Projekt möglichst viele Nachahmer findet und sich zu einem Selbstläufer entwickelt. In verschiedenen Informationsveranstaltungen geben wir seither unsere Erfahrungen und unser Wissen an andere Gruppen weiter.
 

1. Platz an der Klimalandsgemeinde Winterthur - September 2014

Das mediale und öffentliche Echo nach dem Start der ersten RestEssBar war überwältigend und so fand auch eine Anfrage des Umwelt-Wettbewerbes Klimalandsgemeinde Winterthur ihren Weg in den Posteingang des Vereins. Aufgrund einer grossen Zahl von Unterstützern konnte die RestEssBar beim Wettbewerb überzeugen und gewann den ersten Platz!

Food Save Luzern - Anfangs 2015

Der Verein Neugarten stellt in Luzern im Kulturbetrieb Neugarten einen Kühlschrank auf.

RestEssBar Frauenfeld - April 2015

Die RestEssBar Frauenfeld wird eröffnet - das zweite Projekt, das den Namen RestEssBar trägt.

VerwertBar Kreuzlingen - April 2015

In Kreuzlingen wird das Projekt Verwertbar Kreuzlingen eröffnet. Ausser dem Namen deckt sich das Projekt mit der RestEssBar.

RestEssBar Schaffhausen - Ende Mai 2015

Nach einigen Startschwierigkeiten wie einem kurzfristig abgesprungenen Standort, aber auch erfolgreichen Aktionen wie einer Flyeraktion und einem Artikel im Schaffhauser AZ wird Ende Mai 2015 die RestEssBar Schaffhausen eröffnet. Der Standort wird vom Altersheim Kirchhofplatz zur Verfügung gestellt, ein erster Veloanhänger wird gespendet.

Das Projekt kommt ins Rollen, im Laufe des Jahres werden mehrere Spezialaktionen durchgeführt, zum Beispiel ist die REB Schaffhausen am RASA Open Air präsent, macht eine Kuchenaktion am Trottenfest Löhningen und hält einen Vortrag beim katholischen Frauenbund SH.

Ambassador-Preis 2016

Die RestEssBar Schaffhausen darf am 23.2.2016 den Ambassador-Preis 2016 entgegennehmen. Feierlich wird mit Reden, Musik und Apéro die ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder gewürdigt!

RestEssBar Olten - Dezember 2015

Eine Gruppe aus Olten, zusammengeschlossen als Verein Olten im Wandel, gründet die RestEssBar Olten im Dezember 2015. Durch die breite Vernetzung mit anderen Projekten wie «Garten für Alle» und «Essen für Alle» waren bereits verschiedene Läden bereit, Lebensmittel abzugeben. Zudem ist das Helferteam auch sehr schnell auf über 20 Personen angestiegen. Dies hat uns den Start sehr einfach gemacht und nach nur wenigen Wochen besuchen über 100 Personen regelmässig unsere Kühlschränke an der Rosengasse 16 direkt beim Bahnhof Olten. Weitere Menschen aus Oensingen, Zofingen, Aarau und Solothurn sind über die Restessbar Olten motiviert worden, ebenfalls eine Restessbar zu eröffnen.

RestEssBar 8406 in Töss - Januar 2016

Schon ein Jahr lang existierte die Restessbar in Winterthur, als Andrea 2015 auf die Idee kam, ein weiteres Projekt in Töss aufzubauen. Sie suchte sich zwei Mitstreiterinnen, Mia und Rahel, und dann konnte es losgehen. Die Standortsuche gestaltete sich sehr schwierig. Viele fanden zwar das Projekt schön und gut, mehr damit zu tun haben wollten sie aber nicht. Nach einem Jahr dann endlich bekam die RestEssBar 8406 die Zustimmung der Bewohner des Sanatoriums an der Zürcherstrasse 117 und es konnte endlich gebaut, entwickelt und organisiert werden. Zwei Jungs des Hauses bauten in ihrem Garten ein wunderschönes Häuschen für den Kühlschrank mit Zaun drumherum. Als zweiter wichtiger Punkt kam jetzt das Finden eines Ladens, bei welchem wir das Gemüse abholen konnten. Die folgenden Monate mit der Suche des Ladens und einigen auftretenden Komplikationen waren ein Zittern und auf die Zähne beissen. Nach so langer Zeit wollte die RestEssBar 8406 nun endlich grünes Licht haben.

Als dann endlich ein Laden gefunden wurde, stand der Eröffnungsparty also nichts mehr im Weg. Zwei Bands und eine grosse Menge an Leuten feierten die Eröffnung des zweiten Winterthurer Standortes. Es war geschafft!

Und nun, nach einer etwas ruhigen Anlaufphase, wird ein reges Abholen des Gemüses beobachtet und der Kühlschrank ist so gut wie immer leer. Das Projekt ist eindeutig ins Rollen gekommen. Die RestEssBar 8406 dankt hier nochmals allen Helferinnen, die Touren machen, den Leuten des Sanatoriums, dem Laden, der mit ihr zusammen arbeitet sowie der RestEssBar Winti Altstadt für die Unterstützung!