Verein «RestEssBar Winti Altstadt»

Kernteam und HelferInnen

Seit der Gründung im Jahr 2014 hat sich einiges getan. Zunächst war der Verein RestEssBar sowohl für schweizweite Belange wie auch für das Tagesgeschäft zuständig. Im Laufe des Jahres 2016 wurde der Betrieb der RestEssBar in der Winterthurer Altstadt dem neu gegründeten Verein RestEssBar Winti Altstadt übertragen. Daraus ist auch ein Kernteam entstanden, das mittlerweile aus 9 Personen besteht: Anne-Laurence Zingg, Barbara Leuenberger, Daniela Baumgartner, Jessica Fiedler, Nicole Arni, Sandro Zehnder, Sarah Weibel, Seraina Fritzsche und Urs Unternährer kümmern sich um alles Organisatorische, was rund um die Lebensmittelabholungen anfällt – von der Tourenplanung über die Materialverwaltung bis hin zur Buchhaltung. Aktive HelferInnen, die täglich mit Velo und Anhänger auf Tour gehen, um die nicht mehr verkäuflichen Lebensmittel bei den Läden abzuholen, zählen wir zwischen 30 und 40 Personen. Alle am Projekt Beteiligten machen ihre Arbeit ehrenamtlich. Fragen zur RestEssBar Winti Altstadt könnt ihr an info@restessbar-winti-altstadt.ch richten.

Ehemalige Mitglieder des Kernteams: Florian Sprenger (2014-2016), Ruben Schelbert (2016/2017).

Die Anfänge der RestEssBar

Anfangs 2014 hat Sarah Weibel im Dokumentarfilm «Leben ohne Geld» von einem ersten Kühlschrank-Projekt «Fair-Teiler» in Deutschland gehört, in dem Leute Lebensmittel, die sie nicht mehr benötigen, in einem Kühlschrank vor einem Supermarkt anderen zur Verfügung stellen können. Wieso gibts Ähnliches nicht auch bei uns, das war die Frage. Gefragt, getan. Einige Freunde wurden zum gemütlichen Essen und Brainstorming eingeladen und noch nicht mal beim Dessert angelangt, stand es für Anne-Laurence Zingg, Florian Sprenger, Sarah Weibel, Seraina Fritzsche und Thomas Kuhn fest: Wir gründen die RestEssBar, einen jederzeit für jeden frei zugänglichen Kühlschrank, in dem Lebensmittel von verschiedensten Lebensmittelläden gesammelt werden. Damals hatten wir noch keine Ahnung, dass unser Projekt solche Dimensionen annehmen würde, geschweige denn davon, was für ein enormer Aufwand so ein kleiner, unscheinbarer Kühlschrank mit sich bringt. Unkompliziert aber effizient, das sollte es sein und bleiben und möglichst viele NachahmerInnen finden. Fast ohne Kenntnisse im Lebensmittelbereich sind wir auf unsere Aufgabe zugesteuert, ja, man kann sagen, ins kalte Wasser gesprungen: Essen retten, Reste essen! Und das hoffentlich bald in weiteren Städten.

Klima Landsgemeinde

Das GründerInnen-Team von 2014 (von links nach rechts): Sarah Weibel, Florian Sprenger, Anne-Laurence Zingg, Thomas Kuhn, Seraina Fritzsche

Wie sind wir dazu gekommen?

Die Kernidee stammt – wie bereits erwähnt – von der Kurzdokumentation «Leben ohne Geld – Raphael Fellmer», die uns zum Kühlschrankprojekt inspirierte. Wir sind alle schon seit Jahren befreundet und haben einiges zusammen erlebt. Etwas, das uns alle verbindet, ist ein inneres Bedürfnis, gewisse herrschende Zustände zu verändern und etwas für eine humanere Welt zu tun. So war Essen vor der Gründung der ersten RestEssBar bei uns ein viel aufkommendes Thema. Alle haben sich darüber aufgeregt, dass bei uns das Essen im Müll landet, das anderswo gebraucht werden könnte. Zudem werden Ressourcen wie Wasser, Strom und Energie für Lebensmittelverpackungen und -transporte, die heutzutage nicht selten über Ozeane führen, bei einer solchen Verschwendung regelrecht zum Fenster rausgeworfen. Auch Problematiken, wie die teilweise schädliche Nutzung der Landwirtschaft (z.B. Bodennutzung, Dünger) lässt uns aufschaudern. Die Umwelt bezahlt für unseren Frevel, den wir mit der Verschwendung wertvoller Güter begehen. Fast nichts wird dagegen unternommen, weder vom Staat, noch von den dafür zuständigen Verwaltungspersonen im Lebensmittelbereich (vor allem Grosskonzerne). Also ist es an den KonsumentInnen, an uns, etwas dagegen zu tun. Lebensmittelverschwendung fängt bei jedem/r Einzelnen von uns an.

Gründung und Entwicklung

Bald nach der Vereinsgründung im Februar 2014 wurde uns aber bewusst: So einfach ist das nicht. Gesetze und Gepflogenheiten machen es uns nicht einfach, etwas für eine vollständige Verwertung von Lebensmitteln zu unternehmen. Wir haben uns daher entschieden, uns vorerst auf Gemüse, Früchte und Brot zu konzentrieren. So hält sich für uns die gesetzlich obligatorische Verantwortung in tragbaren Grenzen. Milchprodukte und Fleisch können leider nicht angeboten werden – ein herber Rückschlag –, da die Kühlkette beim Transport mit dem Fahrrad und einem jederzeit öffentlich zugänglichen Kühlschrank nicht gewährleistet werden kann. Wir behalten uns aber immer vor, das Sortiment bei Gelegenheit doch noch auf weitere Lebensmittel wie Teigwaren oder Reis auszuweiten.